Fes el Bali

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Fes, die größte und älteste der vier marokkanischen Königsstädte,
hat mich seit jungen Jahren in ihren Bann gezogen.
Die Menschen und die einzigartige Atmosphäre dieser mittelalterlichen Stadt
sind zu einem Teil meines Lebens geworden.
Zahlreiche Aufenthalte in den letzten 35 Jahren haben mich der Seele der Medina näher gebracht. Sie hat von mal zu mal ihre Reize mehr offenbart und ist mir vertraut und fremd zugleich geworden. „Fes ist wie eine verschleierte Frau, die ihre Reize verbirgt. Ist man ihr aber näher gekommen, läßt sie einen nicht mehr los“, sagt ein marokkanisches Sprichwort. Jeder Besuch ist für mich ein nach Hause kommen, aber auch immer ein neues Abenteuer. Als Spaziergänger mit der Kamera bin ich auf der Suche nach dem alten, unveränderlichen Fes, wie es, immer gleich, von den Historikern, Reisenden und Literaten der vergangenen Jahrhunderte beschrieben wurde.


Hier in Fes haben die Jahrhunderte den Atem angehalten. Was mich auf meinen Wanderungen durch das enge, unendlich erscheinende Gassenlabyrint erwartet, ist ungewiss, es liegt in den Händen Allahs. Finde ich meinen Ort, dies kann ein altes Berbercafè, eine Einladung zum Tee, der Heizkeller eines Hamams, oder kleiner Handwerkermarkt sein, zeige ich Respekt und gebe der Atmosphäre Zeit. Es sind die kleinen, unspektakulären Begegnungen, die an das Herz der Stadt führen.


Ich genieße die ausgesprochene Höflichkeit und Verantwortung im Umgang miteinander, die wir Westler vergessen, vielleicht auch nie gekannt haben. „Nicht Links, nicht Rechts, immer geradeaus“, so werden die Deutschen in Marokko beschrieben. Vielleicht war das Leben in unseren Burgenstädten der Renaissance dem des heutigen Fes ähnlich. Hier klingen vergessene Töne, betören unbekannte Gerüche die Sinne aufs Äußerste. Szenerien biblischen Ausmaßes lassen am Hier und Jetzt zweifeln. Spiritualität, der Glaube an Allah und seinen Propheten bestimmt den Rhytmus des Alltags.

In einer weitgehend globalisierten Welt ist Fes der Archetyp urbaner Kultur, ist Fes die Mutter aller Städte. Dieser Anachronismus hat sich ins 21. Jahrhundert gerettet. Bei aller Begeisterung sind die Probleme dieser mittelalterlichen Stadt allgegenwärtig. Die einst reichste Stadt Marokkos, droht unter der Flut von Landflüchtigen zu bersten. Inoffizielle Schätzungen gehen von 400 000 Bewohnern, allein in der Medina, aus. Das soziale Niveau sinkt immer mehr. Die begüterten Familien haben längst ihre Häuser verlassen und sind in komfortable Neubauten außerhalb der Medina gezogen. Die verbliebenen sozialschwachen Familien haben weder das Geld, noch das Interesse, ihr kulturhistorisch einmaliges Domizil zu erhalten. Der bemühte Einsatz der Unesco, die Fes 1981 zum Weltkulturerbe erklärte, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es ist die Armut, welche die Menschen in der Medina wohnen läßt. Die Häuser haben oft keine nennenswerten sanitären Einrichtungen, keine Heizung, manche sind baufällig und stürzen ein. Durch den topographischen und urbanen Charakter ist intra muros kein Autoverkehr möglich. Dieses Phänomen hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die historischen Strukturen über Jahrhunderte hinweg erhalten haben. Die Infrastruktur, wie Abfallentsorgung, Waren- und Baustofftransport et cetera funktioniert nur durch den Einsatz von Saumtieren und Trägern. Diskussionen über eine die Medina teilende Verkehrsader nehmen kein Ende. ![]()
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Eine mögliche Perspektive der Medina zu revitalisieren sind die in den letzten 15 Jahren entstandenen Riadhotels und Maison d'Hôtes in den Gassen der Medina. Investoren und Fesfans aus aller Welt kaufen und restaurieren liebevoll mithilfe ansässiger Handwerker marode Paläste und Wohnhäuser. Wie aus hundertjährigem Schlaf erwachen die verblaßten Schönheiten zu neuem Leben. Diese Entwicklung bringt potente, kulturell interessierte Besucher in die Medina und belebt das traditionelle Handwerk. Die Medina entwickelt sich zu einem Tourismusmagneten. Seit Jahrhunderten lebte Fes nahezu unverändert für sich Selbst und wehrte äußere Einflüsse erfolgreich ab. Die in 1200 Jahren gewachsenen Sozialstrukturen, sind ans Ende ihrer Leidfähigkeit gelang und erfahrern nun eine radikale in Veränderung. Vielleicht hilft diese Entwicklung diesen urbanen Dinosaurier überleben zu lassen. Meine Fotografien sind eine Homage an das alte, morbide, authentische Fes. Köln, April 2010
Fes im Internet:
Infos und Forum rund um MAROKKO, beste und größte Marokkosite in Deutschland: www.marokko.com
Marokkanisches Fremdenverkehrsamt
www.visitmorocco.com
Botschaft des Königreichs Marokko in Berlin
www.maec.gov.ma/berlin
botschaft@marokko.com
Als Unterkunft empfehle ich:
In der Neustadt:
Hotel Menzeh Zalag I, 4-Sterne Panoramahotel, mit dem besten Pool von Fes!
In der Altstadt:
Hotel Cascade, für den ganz kleinen Geldbeutel, direkt am Bab Boujloude, sauber, seriös. Der Patron Sidi Slaoui hat mich schon in den 70ern beherbergt.
Am Place Batha liegt das Hotel Batha, 3 Sterne, kleiner Pool, AC, zentral, das Frühstück kann man sich sparen und in den umliegenden Cafés frühstücken.
Riad Lune et Soleil, geführt von Pauline, einem supernetten Französin. Viel Charme, gemütlich, mit tollen Antiquitäten eingerichtet. Die Küche ist ein Gedicht! www.luneetsoleil.com
Riad Alkantara, Herrschaftlicher, sehr großzügiger Riad, exzellente Küche, mit Spa, Pool, Hammam..., (besser gehts nicht!) Ein Traum! . www.riadalkantara.com
Restaurants & Cafe´sDie "Fressmeile" der Medina befindet sich hinter dem Bab Boujloude. Das Restaurant Bouayard ist sauber, hat eine gute Küche ist aber anonym. Daneben stehen die Tische von Sahid Küchenchef Mustafa macht eine göttliche Harissa. Am Ende der Küchenmeile (hier 100 Meter) liegen die kleinen Küchen von Thami, L´Habibe und Abdousalam Soussi. Meine Lieblingskoch ist Abdousalam, ein besonders liebenswerter Mensch und guter Koch!
Das Cafe´l´Mojo und Cafe´Asis direkt am Bab Boujeloude bieten beste Aussichten auf das biblische Treiben. Das Café Clock gegenüber der Medersa Bou Inania ist ein Ort zu chillen, hier trifft man internationales Publikum. Das Café Fes & Gestes von Cecile am Palais Glaoui ist ein nostalgischer Ort. In dicken Ledersesseln kann man im Halbdunkel der Bibliothek in alten und neuen Büchern über Marokko schmökern. Vor der kolonialen Villa seviert Cecile superleckeres Essen in ihrem Garten. Die charmante Französin und das stimmige Ambiente erinnern an die goldenen Zeiten der Interzone.
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Fragen beantworte ich gerne via E-Mail.








